Wie viele Menschen müssen dir sagen, dass deine Idee gut ist, bevor du anfängst? Und warum reicht deine eigene Stimme nicht?
Bist du auch einer der Menschen, die gerne Rat bei anderen Menschen suchen? Ich war ganz lange einer von ihnen und habe leider erst spät gemerkt, dass mich das einfach nur von einer eigenen Entscheidung abgehalten hat. Ich habe Zustimmung gesucht, keinen Rat. Wenn ich ehrlich bin: ich wollte die Verantwortung für mein eigenes Leben einfach nur am liebsten abgeben.
Ein klassisches Beispiel: Du möchtest den Job wechseln, fragst aber monatelang Kollegen, Freunde, Eltern und den Partner nach ihrer Meinung. Jeder hat andere Argumente. Jeder entscheidet aus seiner eigenen Erfahrung, seinen Ängsten und seinen Werten heraus. Was passiert? Am Ende ist man verwirrter als vorher.
Auch wenn natürlich nichts verkehrtes daran ist, hier und da nach einem ehrlichen Rat zu fragen – am Ende des Tages verbringst du jeden Tag in diesem Job und nur du alleine kannst wissen, was sich für dich am stimmigsten anfühlt.
Mir wurde irgendwann klar: Andere können mir Ratschläge geben, aber sie tragen nie die Konsequenzen meiner Entscheidungen. Deshalb sollte die letzte Entscheidung immer meine eigene sein.
Und je länger ich darüber nachdenke, desto mehr persönliche Beispiele aus der Vergangenheit fallen mir ein. Das ist zum Glück Vergangenheit für mich, weil ich folgende Dinge verstanden habe:
- Die Zustimmung anderer reduziert nur kurzfristig meine Unsicherheit.
- Eigene Entscheidungen bedeuten Risiko.
- Selbstvertrauen entsteht nicht vor der Entscheidung, sondern durch sie.
Deshalb habe ich beschlossen: Ich möchte ein selbstbestimmtes Leben führen.
Dieses Zitat beschreibt ganz genau, was mich zum umdenken gebracht hat:
„Du wirst nicht selbstbewusst, indem du auf Sicherheit wartest. Du wirst selbstbewusst, indem du handelst, obwohl sie fehlt.“
Vorher ist mir nie aufgefallen, dass die genannten Punkte mich eigentlich immer mehr von meiner Entscheidung entfernt haben:
- Endlose Recherche
- Ständiges Überarbeiten von Ideen
- Immer noch eine Meinung mehr einholen
- Auf den perfekten Moment warten
Auch wenn das auf den ersten Blick erstaunlich produktiv aussieht, ist es doch eine Art von Prokastination. Es verschafft uns einen großen Vorteil, wenn wir in diesen Momenten merken, dass uns diese Punkte von unserer Entscheidung entfernen. Wer ohne großes zögern Entscheidungen treffen kann, hat viele Vorteile: Schnelle Entscheider müssen nicht immer richtig liegen, sie korrigieren ihren Kurs einfach früher. Oft ist eine gute Entscheidung heute wertvoller als eine perfekte Entscheidung in drei Monaten. Außerdem kommen sie schneller ins Handeln: Während andere noch abwägen, sammeln sie bereits Erfahrungen. Dadurch lernen sie schneller, was funktioniert und was nicht.
Manchmal suchen wir aber auch unbewusst nach Bestätigung von den Menschen in unserem Umfeld. Dahinter stecken Themen wie zum Beispiel:
- Der Wunsch, von allen gemocht zu werden.
- Innere Konflikte durch Anpassung.
- Wir stellen die Zustimmung anderer über unseren eigenen Selbstrespekt.
Doch es ist wichtig, dass du daran denkst, dass nicht jeder deine Entscheidungen verstehen muss. Du musst mit ihnen leben können.
Deshalb sind hier 3 Fragen, die du dir vor wichtigen Entscheidungen selber stellen kannst:
- Was würde ich tun, wenn niemand darüber urteilen würde?
- Welche Entscheidung entspricht meinen Werten?
- Suche ich gerade Rat oder Erlaubnis?
Wenn du also das nächste Mal eine wichtige Entscheidung treffen musst: Denk daran, jedes Mal, wenn du auf die Zustimmung anderer wartest, gibst du ihnen einen Teil der Verantwortung für dein Leben. Jedes Mal, wenn du dich selbst wählst, stärkst du die wichtigste Beziehung, die du jemals führen wirst: die zu dir selbst.
Wenn du das Gefühl hast, dich in diesem Artikel wiedergefunden zu haben…
…dann möchte ich dir etwas mitgeben:
Ich habe es in einem Jahr geschafft, mein Denken neu zu strukturieren und meinen Fokus neu auszurichten. Ich habe beschlossen, dass ich ein Leben aus ganzem Herzen führen möchte. Und ich möchte andere Frauen dabei unterstützen, die das ebenfalls erreichen möchten. Lebendig. Frei. Echt.
Genau dafür habe ich mein Workbook „Sichtbarkeit“ entwickelt. Es ist der erste Teil der „Übe die Kunst, Sie zu sein“ Reihe, welches Tools und Reflexionsfragen beeinhaltet, die dir dabei helfen, Sichtbar zu werden, deine Identität und Werte wiederzufinden und wieder mehr Raum einzunehmen.
Denn das Leben wartet nicht.
Die Frage ist nur: Wie lange möchtest du noch warten?








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